Ästhetik – das Schöne in einer Subjekt-Objekt-Beziehung

Schönheit bzw. schön ist eine Eigenschaft einer bestehenden Beziehung, die sich zwischen Subjekt (Mensch) und Objekt (Gegenstand2, Artefakt) platziert. Sie zeigt sich im Zusammenfluss von Schönem einer Sache (objektiv) – in Formen, Strukturen, Farben etc. – und der Wahrnehmung des Schönen (subjektiv) durch den Menschen, der natürlich-evolutiv entstanden, über die Fähigkeit verfügt, aus sich selbst heraus über sein Bewusstsein Schönes zu konstituieren. Schönes wird, wenn Mensch und Artefakt zueinander in Beziehung treten. Das passiert, wenn der Mensch ein Geschmacksurteil fällt. Das Schöne ist schön, weil es in Relation zwischen Mensch und Gegenstand zu verorten ist. Nur in dieser Beziehung offenbart sich das Schöne. (S. 62 f.)

Ästhetik · Ästhetische · ästhetisch – eine sprachphilosophische Annäherung

Ästhetik – ist eine wissenschaftlich begründete philosophische Disziplin, vergleichbar mit Ethik oder Logik. Sie ist ein Konzept in Theorie und Methode zur Entwicklung eines Ästhetik-Verständnisses und zur Erschließung ästhetischen Denkens auf der Grundlage von ästhetisch Existierendem. Je nach der Verortung des Ästhetischen versteht sich
Ästhetik – als Sammelbegriff für alles objektiv, außerhalb des Menschen existierende Ästhetische. Es ist das Schöne in der Sache (Ding, Gegenstand) selbst (eine objektivistische Perspektive),
Ästhetik – als Sammelbegriff für alles subjektiv, innerhalb des Menschen innewohnende Ästhetische, das er im Geiste hervorzubringen vermag (eine subjektivistische Perspektive),
Ästhetik – in der Fassung, die gleichermaßen die Existenz von und das wechselseitige, aufeinander beeinflussende Agieren zwischen Subjektiv- und Objektiv-Schönem beschreibt (eine subjektiv-objektivistische Perspektive),
Ästhetik – als Sammelbegriff für alles Ästhetische – ohne eine Verortung, offen, unbestimmt in der Zuordnung, d. h. zwischen der objektiven und subjektiven Seite von Ästhetischem wird kein Unterschied gemacht,
Ästhetik in einer abgewandelten subjektiven Betrachtung über das Ästhetische wird nach Schwepphäusers als ästhetischer Gemeinsinn, als sensus aestheticus communis bezeichnet,
Ästhetik in der Betrachtung eines inhaltlichen Minimalismus trägt das Schöne, das alles Vorangestellte einschließt und im begrifflichen Gebrauch unbestimmt bleibt, ohne Konkretes zu benennen,
Ästhetik, die nicht auf Kallistik, d. h. ausschließlich auf das Schöne reduziert, wird von Dialektik, d. h. als Verhältnis, in Kausalitäten, einschließlich Resonanzen, Geschichtlichem und Widersprüchlichem, getragen. (S. 63 f.)

Grundwerte der Ästhetik – Schönes und Hässliches

Der Begriff des Schönen steht im Mittelpunkt der Ästhetik. Schönheit ist die Kategorie, um die sich weitere begriffliche Betrachtungen wie Wohlgefallen, Erhabenheit und Zweckmäßigkeit u. a. ranken. Es sind Begriffe, die ihren Platz in der Ästhetik fanden, auf die Kant, Schiller und andere Philosophen hinweisen und auf sie in der Betrachtung von Ästhetischem zurückgreifen. (S. 73 ff.)

Wer in der Kategorie des Schönen denkt und sie für sein Leben vereinnahmt, kommt nicht umhin, auch das Hässliche, in seine Ästhetikbetrachtung einzuschließen. (S. 81 ff.)

Stadtästhetik und Ästhetisches (in) der Stadt

Stadtästhetik ist eine vom Menschen geschaffene Stadt nach seiner Vorstellung und seinem Geschmack und erfährt mit einer wissenschaftlichen Betrachtung eine wissenschaftlich-ästhetische Sicht. Stadtästhetik ist eine philosophisch begründete Ästhetik, die die Stadt zum Gegenstand hat.

Mit dem Ästhetischen (in) der Stadt liegt die Betrachtung auf das in ihr innewohnende Schöne, was der Mensch ausfindig machen kann.

Es ist die lebensnahe Kunst des Entdeckens und Erfahrens von Schönem, Wunderbarem im Städtischen, was den Menschen sinnlich berührt und u. U. auch erhaben macht und von der Attraktivität der Stadt schwärmt. (S. 89)

Naturästhetik · Schönheit der Natur und die Natur des Schönen

Erstens. Die Naturästhetik wird getragen durch die Schönheit der Natur und die Natur der Schönheit. Sie verkörpert in der Betrachtung das Evolutive in der Natur von Schönem. Sie schließt auch ein, dass mit der Entwicklung des Menschen, ein genetischer Habitus bereitsteht, der seinen Ausdruck in der kognitiven und sensuell-emotionalen Fähigkeit findet, Objektiv-Schönes wahrzunehmen. Die Schönheit mit Blick auf das Subjektive und Objektive ist von einem Doppelcharakter bestimmt und lässt in der Betrachtung eine Doppelperspektive zu.

Zweitens. Die Natur, belebte wie unbelebte, im Ganzen wie in ihren Teilen, ist bestimmt durch ihr Entstehen, Werden und Vergehen, durch Einfachheit, Vielheit und Mannigfaltigkeit. Sie ist in Harmonie und mit sich selbst im Reinen, weil sie so ist, wie sie ist. Die Natur ist nicht nur gefüllt mit Harmonie, sondern ebenso mit Dissonanz, Resonanz und Verfremdung, die mit dem natürlichen Entstehen und Werden erzeugt werden.

Drittens. Die Natur zeigt sich in Gegensätzen, im Werden und Vergehen, in Resonanz und Dissonanz, mit Erbauung und Zerstörung, mit Schönem und Hässlichem. Sie sind Eigenschaften, die zum Dasein der Natur gehören. Jedes Spiel an Gegensätzlichkeit offenbart sich als dialektisches Gegensatzpaar. Es liegt der Schluss nahe, dass die Naturästhetik nur in dieser Einheit zu begreifen ist. Anders formuliert: Die Natur, soweit der Mensch sie in ihrer Ästhetik versteht, ist mit Widersprüchlichkeiten ausgestattet. Das Ästhetische in der Natur folgt dem Widersprüchlichen, dessen Seiten sich einander bedingen und ausschließen und in der Naturästhetik Ausdruck findet. (S. 115 ff.)

Stadt

Erstens. Die Stadt ist ein äußert komplexes, systemisches und stets sich in Veränderung befindliches Gefüge aus Mensch, Natur und Technik. Sie repräsentiert Subjekt, den Menschen in seiner Sozialisation, und Objekt als Ansiedlung in einem natürlichen Raum. Beide zeigen sich in einem dynamischen, sich wechselseitig gestaltenden Beziehungsgeflecht. Kein menschliches Produkt ist mit einer derart hohen Komplexität ausgestaltet, in dem auch die natürlichen Bedingungen mit im Spiel sind. Die Stadt ist das subjektivierte Objekt.

Zweitens. Eine Stadt ist Stadtgesellschaft; Stadtgesellschaft sind von werten getragene zwischenmenschliche Begegnungen. Ohne Begegnungen keine lebendige Stadtgesellschaft; ohne diese keine Stadt.

Drittens. Eine Stadt wird, ist und wird wieder. Sie unterliegt einem sich stets erneuernden Prozess des Werdens und Seins. Ihre Dynamik ist sowohl von Menschen gemacht und zugleich beeinflusst durch die natürlichen Veränderungen, die oft über das Schicksal einer Stadt bestimmen.

Viertens. Stadt ist in ihrer Entstehung und ihrem Bestehen ein Produkt menschlicher Ideen und Tatkraft. Stadt und Mensch sind unwiderruflich mit einender verbunden. Das Schicksal der Menschen ist oft an das Schicksal der Stadt geknüpft, das wiederum an die natürlichen Gegebenheiten.

Fünftens. Eine Stadt ist mit Beginn ihrer Entwicklung und dem weiteren Werden und Wachsen nicht allein vom Menschen bestimmt, sondern sie ist auch von Bedingungen bestimmt, die außerhalb menschlicher Macht liegen. Sie sind primär geografischer, natürlicher und klimatischer Natur, die in ein Entstehen und Werden einer Stadt einfließen.

Sechstens. Eine Stadt zeigt stets ihr eigenes, unverwechselbares Gesicht. Sie ist einzigartig, auch wenn jede Stadt in ihrem Wesen und Charakter durch Allgemeines, Besonderes und Einzelnes bestimmt wird. Eine Stadt entwickelt ihre eigene Identität.

Siebentens. Das Entstehen einer Stadt ist nicht die Garantie dafür, dass sie für immer und ewig bestehen bleibt. Sie kann auch als Stadt und selbst als Ansiedlung wieder untergehen. Die Geschichte zeigt, dass derartige Stadtuntergänge vielfältige menschliche und/oder natürliche Ursachen haben können. (S. 125 ff.)

Stadt als Persönlichkeit – Stadtästhetik, Ethik – Stadtgesellschaft

Erstens. Die Stadt hat den Charakter einer Persönlichkeit, die vergleichbar ist mit der eines Menschen. Stadt ist Persönlichkeit – bestimmt in ihrem Wesen, in Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit.

Zweitens. Eine Stadt trägt Ästhetisches in und mit sich. Es obliegt der Stadtgesellschaft, die Stadtästhetik herauszustellen und das Profil Ästhetische einer Stadt immer wieder zu schärfen und erkennbar zu machen, damit sie schön, attraktiv und erlebenswert ist und bleibt. Mit Persönlichkeit ist nicht eine honorige, außergewöhnliche oder ein höhergestellter Mensch gemeint. Persönlichkeit beschreibt ein agierendes, denkendes Subjekt in seiner Einzigartigkeit, Besonderheit, ohne dass dabei seine Wesenseigenschaften verloren gehen. Es ist eine Vielzahl von Merkmalen bzw. Eigenschaften – miteinander und gewandelt in Beziehungen stehend, die das Ganze einer Stadt nach innen und nach außen ausmacht. Der Charakter einer Stadt lässt sich als „Corporate Identity“ (Alleinstellungsmerkmal) beschreiben.

Drittens. Eine Stadt hat ein Alleinstellungsmerkmal. Es sind die Stadtgesellschaft und die Umgebung, die natürlichen Ressourcen der Stadt, die sie in ihrer Eigenheit hervorbringen und prägen. Die Schaffung und Herausstellung des Besonderen, Einzigartigen und dessen Geschichte sind das, was der Stadt einen, ihren Wert gibt. (S. 149)

Viertens. Eine Stadtästhetik wird bestimmt und getragen durch eine Stadtgesellschaft. Sie ist das ästhetisch gestalterische Subjekt des Städtischen. Es sind die Menschen, die in der Stadt leben, wohnen und arbeiten, die in ihrer Gesamtheit und Geschlossenheit sich bewusst der städtischen Verantwortung annehmen. Stadtästhetik und Stadtgesellschaft folgt einem Wertekanon von Verantwortung und Freiheit, Dialog und Vertrauen.

Stadt und Ästhetik werden als zwei Seiten einer Medaille betrachtet. Jede Stadt ist nur repräsentativ durch ihre Stadtgesellschaft, durch ihre Bürgerinnen und Bürger, die in der Stadt leben. Sie allein ist die entscheidende Determinante städtischen Lebens. Dabei ist nicht auszuschließen,dass auch die Stadtgesellschaft in die Stadtästhetik derart mitwirkt, Städtisch-Ästhetisches mitzugestalten.

Fünftens. Ästhetik und Ethik gehören zusammen. Beide sind in einer Zusammengehörigkeit zu denken. Das ist dadurch begründet, dass die Ästhetik als philosophisches Gedankengebäude eine Wirkungsmacht auf das Denken und Verhalten der Menschen hat. Umgekehrt beeinflusst ein ethisch-moralisch begründetes Denken und Verhalten die inhaltliche Ausgestaltung der Stadtästhetik. Diese Sicht ist vor allem von Bedeutung, weil in allen stadtästhetischen Betrachtungen die Stadtgesellschaft als Subjekt zu begreifen ist. (S. 152 ff.)

Stadtgesellschaft und Begegnung

Erstens. Alles Menschliche ist Begegnung. Es sind Begegnungen mit anderen Menschen, mit sich selbst, mit Artefakten einer Stadt und der Stadt selbst, mit einer biotischen (Pflanzen, Tiere) und abiotischen Umwelt (Klima, Bebauung). Alles Begegnen geht vom Menschen aus.

Zweitens. Eine Stadt ist nur deshalb eine Stadt, weil sie als Stadtgesellschaft auftritt und in bzw. mit ihren zwischenmenschlichen Begegnungen stattfinden. Die Stadt zeigt sich – offen und versteckt, im Kleinen wie im Großen – in Begegnungen unterschiedlichster Art und Qualität.

Drittens. Eine Stadt ist der Raum von Begegnungen in einer sich verwirklichenden Stadtgesellschaft. Begegnungen in einer Stadt machen eine funktionierende und lebendige Stadtgesellschaft möglich und aus.

Viertens. Eine Stadtästhetik wird in ihrem Charakter von der Qualität zwischenmenschlicher Begegnungen bestimmt. Begegnung ist ein Begriff, der der Ästhetik und dem Ästhetischen zugeordnet wird.

Fünftens. Begegnungen in der Stadt sind dynamisch und schließen städtische Wirklichkeitsaneignung in jeder Form mit ein.

Sechstens. Begegnungen haben (auch) einen ästhetischen Erfahrungswert, in dem sich Ethik (Moral) widerspiegelt. Dialog und Vertrauen nehmen eine Schlüsselfunktion ein.

Siebentens. Begegnungen tragen das Potenzial von Selbstwirksamkeits- und Resonanzerfahrung. Dieses Potenzial spiegelt sich in der städtischen Ästhetik und Ethik wider.

Achtens. Es ist förderlich, Begegnungen im Kontext von Ästhetik und Ästhetischem zu begreifen. Das vertieft die ästhetisch-ethische Sicht auf das Soziale und Kommunikative. Die Werte von Begegnungen fließen in das Verständnis zwischenmenschlicher Kommunikation und von Sozialem ein.

Neuntens. Die ästhetische Kommunikation ist begründet im gegenseitigen Zuhören und Verstehen, die ein zwischenmenschliches Verständnis hervorbringen. Es ist das Erkennen von Anderem im Eigenen, das Schönheit (Erhabenheit), aber auch Fremdheit (Entfremdung) hervorzubringen vermag. Es zeigt sich Schönes im Fremden und umgekehrt lässt sich im Fremden Schönes entdecken. Insofern macht es eine Ambiguitätstoleranz erforderlich.

Zehntens. Ein ästhetischer Blick auf die Lebenswelt ist immer auch ein ethischer, bestimmt durch Gutes und Güte, durch Werte und moralischen Handlungen. Freundlichkeit erzeugt Güte und Güte bringt Magie des Menschlichen hervor. (186 f.)

Stadt und Natur

Erstens. Die Stadt ist mit Menschenhand gestaltete Natur. Sie ist deren Quelle und Grundlage. Zudem sind es die Idee, die kreative Gestaltungskraft, die aus der Natur Städtisches wachsen ließ.

Zweitens. Die Stadt ist stets mit der Natur verbunden. Sie sichert ihre Existenz. Wird der Naturraum in bzw. um die Stadt vernachlässigt, wirkt sich dies zu Ungunsten der Stadt und der Stadtgesellschaft aus und bringt ggf. das Stadtsein in Gefahr.

Drittens. Menschliche Gestaltungskräfte sind in der Lage, die Natur für sich zu gewinnen und im Sinne der Stadtentwicklung zu nutzen. Diese Gestaltungskräfte sind für den Naturraum Fluch und Segen zugleich

Viertens. Die Natur hat zum einen ihre eigene, naturgebundene, vom Menschen unabhängige Ästhetik. Mit zunehmendem Einfluss des Menschen auf die Natur, wurde die natürliche Naturästhetik von dem Menschen verändert. Sie wurde vom Menschen überlagert, verfremdet, was heißt eine andere als eine Natur in ihrer Ursprünglichkeit (Urwüchsigkeit) zu sein.

Fünftens. Diese Entwicklung veränderte zudem die Ökologie der Natur durch Menschenhand. Stadtökologie und Naturökologie einerseits, Stadtästhetik und Naturästhetik andererseits sind miteinander verwoben und wirken mit und aufeinander. Sie mit der Ethik zu verknüpfen und neuerliche Denkansätze zu finden, steht auf der Tagesordnung moderner Stadtgrüngestaltung.

Sechstens. Naturästhetik steht nicht nur allein und für sich Raum. Sie in das städtische Leben und in die Stadtgesellschaft einfließen zu lassen ist von unschätzbarem Wert. Gemein ist, das ästhetische Naturverständnis mit Bildung und Humanität zu verknüpfen und über dies hinaus den Wert für die Gesundheit von Mensch und Natur deutlich zu machen. Der Wille zur Naturästhetik befeuert menschliche Bildung und Gesundheit. Stadtökologie, das Grün in der Stadt trägt zur seelisch-geistigen und physischen Gesundheit, zur Gesundheit des Sozialen in der Stadtgesellschaft
bei. (S. 206 f.)

Stadtpersönlichkeit · Individualität und Einzigartigkeit

Die Persönlichkeit einer Stadt mit ihrer Individualität und Einzigartigkeit zeigt sich in Raum und Zeit. Im Raum karto- und topografisch, als Geschichte im veränderlichen Sein. Persönlichkeit ist im Entstehen und Werden Geschichte. Zeit (Entwicklung) und Raum (Form und Struktur) eines Individuums (Stadt) sind einzigartig und begrenzt im Wiederholen. (S. 229)

Stadt als ästhetische Erfahrung

Ästhetische Erfahrung befördert gutes Leben. Wer ein gutes Leben führt, d. h. ein Leben mit Güte und im Guten, öffnet sich für ästhetische Erfahrungen. Mit ihnen verbessert die Lebensqualität, weil sie die innere Lebendigkeit des Menschen unterstützt, die Fantasie des Menschen anregt und somit Transzendenz und Übersinnliches im Menschen bewegen.

Mit der ästhetischen Erfahrung bewegt sich der Mensch im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kultur einerseits und den alltäglichen Erfahrungen im städtischen Leben und Erleben andererseits. Ästhetische Erfahrungen im Städtischen zu beschreiben, zielen auf künstlerische Artefakte, die in der Stadt platziert sind. Es sind die Skulpturen, Plastiken und Malereien an den Wänden der Häuser, die rezeptiv, sinnlich wahrgenommen werden. Es ist der produktive Umgang mit dem, was im ästhetischen Sinne gestaltet wird. Es geht darum, gezielt und bewusst Stadtästhetik hervorzubringen. (S. 241 ff.)

Urbane Gesundheit

Erstens. Gesundheit im Urbanen ist nur zwischen Mensch, Stadtgesellschaft und Stadt als struktureller und zeitgebundener Raum machbar; sie stehen zusammen in einer unmittelbaren Wechselwirkung und gegenseitigen Einflussnahme.

Zweitens. Urbane Gesundheit ist in der Sache ein komplexes, vielschichtiges Phänomen, dessen Teile in ihrer Ausprägung und Qualität selbst die Stadtgesundheit ausmachen. Stadtgesundheit bringt den Wert des Lebens hinein, macht die Stadt lebenswert.

Wenn davon auszugehen ist, dass Gesundheit eine Eigenschaft des Lebens und die Stadt als Gesellschaft und urbane Einheit als lebender Organismus zu verstehen ist, dann gehören Stadt, Gesellschaft und Gesundheit genauso eng beieinander wie Gesundheit zum individuellen menschlichen Leben. Die Projektion menschlicher Gesundheit auf die Stadt und deren Gesellschaft ist das, was uns hilft, städtisches Leben sowohl besser zu verstehen als auch angemessene Schlussfolgerungen für die städtische Gesundheit abzuleiten. (S. 261 f.)

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